Am vergangenen Wochenende konnten wir ausgiebig unserem Lieblingshobby nachgehen: Dem Kuchenbacken!
QUAAAAAAAAAATSCH, Drachenfliegen natürlich ^^
Der Wind pustete mäßig mit 10-15Knoten, genau richtig um ein paar neue 2011er Kites zu testen. An den Bars hingen die neue Elliot Sigma Race 2.0 und die Wolkenstürmer Paraflex 2.1 Trainer. Die Sigma Race ist eine der Ersten aus der Produktion von Elliot und hat einen kleinen Schönheitsfehler. Auf dem Tuch steht Sigma Sport und nicht Sigma Race, daher geht Sie absofort für alle Interessenten (regional) als Test- und Vorführschirm durch. Alle neuen Schirmen sind korrekt beschriftet, so Elliot.
Erster Eindruck: Bei beiden Schirmen sind von Werk aus die Leinen blau links und rot rechts angeleint. Dachte das wäre immer anders herum *amkopfkratz*
Die Designs sind absolut Herstellerlike. Die Paraflex 2.1 Trainer hat das typische Wolkenstürmer Design und fällt, trotz seines dunklen Mittelteils, dank der neon-orangenen Kanten gut auf. Die Sigma Race 2.0 ist in einem dunkelen rot gehalten und hat lediglich einen schwarzen Streifen über das Tuch gezogen – die mittige Aufschrift nicht zu vergessen. Was aber sofort auffiel, ist der kleine Zacken in der Mitte der Schleppkante und die doppeltvernähte Waage, wie man es auch in höchster Qualität von den HQ Powerkites Rush Pro´s kennt.
Leinen & Safety: Die Paraflex 2.1 Trainer ist, wie bereits die 3.1 Trainer aus dem letzten Jahr, ein 4-Leiner Kite. Hingegen ist die Sigma Race 2.0 ein 3-Leiner Trainerkite. Jeder Kite ist mit Dyneemaleinen ausgestattet, wobei die Leinen der Elliot Sigma Race 2.0 den besseren Eindruck machten. Beide Safety-Leinen werden ganz normal durch die Bar geführt. Bei der Paraflex ist zu sagen, dass an der Bar eine Verstärkung im Bereich der Öse eingeführt wurde und somit noch mehr Stabilität geboten wird. Das Auslösen ist auch hier wie gewohnt gleich, einfach Bar loslassen und die Bar schlägt weiter vorn an einen Stopper. Eine Besonderheit bei der Sigma Race 2.0 ist, dass hier eine weitere Safety von den Depowersystemen übernommen wurde und man sich in einer Notsituation immer noch komplett vom Kite lösen kann. Das habe ich bislang bei keinem Trainer gesehen. Ob das in der Praxis gut oder schlecht nutzbar ist, wird sich zeigen.
Flugverhalten: Beide Schirme haben, wie von den Herstellern versprochen, ein anfängerfreundliches Flugverhalten, einen schönen Grunddruck und selbst mit unserem binnenlandtypischen rupigen Wind kamen die Schirme wunderbar zurecht – die Piloten natürlich auch! Die Sigma Race 2.0 hatte bei gleichen Windverhältnissen absolut mehr Power. Betrachtet man dann die Größen 3.0 und 4.0, ist die zusätzliche Safetyauslösung möglicherweise garnicht so verkehrt. Die Drehfreudigkeit ist bei beiden Schirmen wunderbar gegeben. 2-3 Loops sind kein Problem, wenn man mal eine grüne Hose haben und sich über die Wiese ziehen lassen möchte…
Besonderheit: Beim Auslösen der Safety bei der Sigma Race 2.0 ist mir etwas besonderes aufgefallen – die dritte Leine hat ein besonderes Waagesystem (wenn ich es so bezeichnen darf) und der Kite sinkt absolut grade zu Boden bzw. liegt er nach dem Auslösen da, wie nach dem Auspacken. Beim ersten mal dachte ich, dass war Glück, denn eigentlich flogen alle 2010er Trainerkites immer zappelig zu Boden und lagen nie gerade. Die Sigma Race 2.0 schon – jedes mal lag der Kite grade am Boden und konnte sofort wieder mit einem Ruck gestartet werden. Kein gezippelzappel an der dritten Leine mehr. Für Einsteiger definitiv genial!!!
Um so schwieriger war das für den Einsteiger bei der Paraflex 2.1 Trainer. Im Flug hatte man immer das Gefühl, dass die Bremsleinen über die Steuerleinen schwungen – gerade nach Loops. Das war störend – dennoch beeinträchtigte das nicht groß das Flugverhalten, sondern nur den Blick des Piloten. Möglicherweise könnte eine Kürzung der Bremsleinen das Problem beheben, dass diese nicht mehr so schwer durchhängen und ein Überschwingen verhindert.
Fazit: Alle vier Piloten (alle über 90kg schwer), vom Einsteiger bis zum erfahrenen Piloten, hatten keine schwerwiegenden Probleme beim Fliegen beider Kites. Der Paraflex 2.1 Trainer von Wolkenstürmer ist bedenkenlos an den Einsteiger gerichtet! Die Sigma Race 2.0 ist für den Einsteiger ins Powerkiten genau richtig – man sollte hier aber bereits einen Lenkdrachen in der Hand gehabt haben, um wenigstens ein Gefühl für die Kitekontrolle zu besitzen. Die Power, die dieser Drachen bei höheren Windstärken entwickelt, ließ sogar einen über 100kg Piloten in Bewegung geraten. Die beiden weiteren Größen 3.0 & 4.0 werden sicherlich auch ein Schwergewicht über die Wiese ziehen können bei höheren Windstärken.
Wenn ich mich für einen Kite als erfahrener Pilot entscheiden müsste, um einen Kite zum Spaßhaben für zwischendurch zu besitzen, wäre das für mich die Sigma Race 2.0!!! Im Preis ist sie zwar etwas teurer, voraussichtlich bei 119,- EUR angesiedelt (Paraflex 2.1 Trainer bei 109,- EUR), aber dafür mit der besseren Safetyvariante und der doppeltvernähten Waage absolut Ihr Geld wert!
Ich hoffe, dass ich diese beiden Kites so objektiv wie möglich testen und erläutern konnte. Eines sei abschliessend noch gesagt, beide Kites sind absolut top verarbeitet und keineswegs qualitativ minderwertig!!! Bei meinem Fazit spielten Details eine Rolle, die mich zu diesem Ergebnis führten.
In diesem Sinne…keep on kiting
Christian
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